Files
DOSSIER-STANDALONE/docs/design/engine-headless.md
T
karim 4b02e40238 render2d: Headless-Rendering — PNG ohne Fenster + Golden-Image-Test
HeadlessRenderer (Feature headless) baut Instance/Adapter/Device ohne
Surface (Vulkan, kein Display-Server); render_to_image rendert in eine
Rgba8Unorm-Texture (non-sRGB wie ColorMode::Web) und liest mit 256-Byte-
Row-Padding zurueck. Draw-Code unveraendert geteilt mit dem Fenster-Pfad.
CLI-Bin render_png (Demo-Szene, 990x630); Demo additiv um 45-Grad-
Schraffur, Tuerblatt und Schwenkbogen erweitert, damit das Golden alle
Pfade abdeckt. Golden-Test mit eingechecktem Referenzbild: 0/623700 Pixel
Abweichung, bit-exakt reproduzierbar; bei Abweichung Diff-Dump nach
target/. Doku in docs/design/engine-headless.md.
2026-07-03 08:31:38 +02:00

138 lines
6.7 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters
This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.
# Engine-Nordstern — Headless-Rendering (PNG-Export & Golden-Image-Tests)
> Betrifft `src-tauri/render2d` (Feature `headless`). Bezug: HANDOVER.md,
> Abschnitt ENGINE-NORDSTERN, Punkt 3 ("deterministisches Headless-Rendering,
> PNG-Export und Golden-Image-Tests ohne Fenster").
## Warum
`render2d` trennt die serde-only-Tessellierung (Feature-los, headless testbar)
von der GPU-Schicht (Feature `render`, wgpu). Der Fenster-Pfad (`gpu::Renderer`,
Feature `window`) braucht dafür bislang eine `wgpu::Surface` — also ein echtes
Fenster mit Wayland-/X11-Session. Für deterministische PNG-Exporte und
Golden-Image-Tests (CI, Regressions-Screenshots) ist das unnötig: wgpu kann
genauso gut in eine `wgpu::Texture` rendern, ganz ohne Surface/Fenster.
`gpu::Renderer::render` nahm bereits vorher nur `Device`/`Queue`/`TextureView`
entgegen — Surface- oder Offscreen-Textur macht für den Draw-Code keinen
Unterschied. Der Offscreen-Pfad (`src/headless.rs`) dupliziert daher NICHTS,
sondern baut nur Device/Queue ohne Surface sowie eine eigene Ziel-Textur +
Buffer-Readback drumherum.
## Feature-Gating
Neues Cargo-Feature `headless = ["render", "dep:image"]`:
- zieht `render` (wgpu/glyphon/bytemuck/pollster) plus die `image`-Crate
(nur der PNG-Codec, `default-features = false, features = ["png"]`).
- **berührt den wasm/web-Build nicht**: `cargo check --target wasm32-unknown-unknown
--no-default-features --features web` zieht `image` nicht mit.
- Binary `render_png` und Test `golden` sind zusätzlich per
`required-features = ["headless"]` in `Cargo.toml` abgesichert.
## API
```rust
pub struct HeadlessRenderer { /* Device, Queue, gpu::Renderer */ }
impl HeadlessRenderer {
/// Instance/Adapter/Device OHNE Surface (Backend fest auf Vulkan gepinnt).
/// `Err`, wenn kein Adapter verfügbar ist (z.B. CI-Runner ohne GPU) — die
/// Aufrufer (CLI, Golden-Test) behandeln das, statt zu paniken.
pub fn new() -> Result<Self, String>;
/// Rendert `scene` in ein `width`x`height`-Bild (Papier-Maßstab
/// `paper_scale_n`, z.B. `100.0` für 1:100). Lädt die Szene bei jedem Aufruf
/// neu hoch (kein Zwischenzustand nötig für CLI-/Test-Anwendungsfall).
pub fn render_to_image(
&mut self,
scene: &Scene,
width: u32,
height: u32,
view_box: ViewBox,
paper_scale_n: f32,
) -> RgbaImage; // { width, height, pixels: Vec<u8> (straff gepackt, RGBA8) }
}
impl RgbaImage {
pub fn encode_png(&self) -> Vec<u8>;
/// Gegenstück für den Golden-Test: Referenz-PNG -> straff gepacktes RGBA8.
pub fn decode_png(bytes: &[u8]) -> Result<Self, String>;
}
```
Backend bewusst auf **Vulkan** gepinnt (nicht das Standard-Backend-Set): Vulkan
rendert offscreen ohne jede Fenster-/Display-Server-Abhängigkeit. GL bräuchte auf
Linux i.d.R. einen EGL/GLX-Kontext, der ohne aktive Display-Session (X11/Wayland)
Sonderfälle hat — auf dieser Maschine ist ohnehin ein echter Vulkan-ICD (RADV)
vorhanden, daher kein Rückgriff auf `lavapipe`/`llvmpipe` nötig gewesen.
## Row-Alignment-Falle (wichtig für zukünftige Agenten)
`wgpu::Queue::copy_texture_to_buffer` / `CommandEncoder::copy_texture_to_buffer`
verlangt, dass `bytes_per_row` im `ImageDataLayout` ein Vielfaches von
`wgpu::COPY_BYTES_PER_ROW_ALIGNMENT` (256) ist. Bei RGBA8 (4 Byte/Pixel) trifft
das **nur zufällig** zu — z.B. Breite 300 px → 1200 Byte/Zeile, kein Vielfaches
von 256, der Copy schlägt sonst mit einem Validierungsfehler fehl (oder liefert
verzerrte Zeilen, je nach Backend).
Lösung in `headless::HeadlessRenderer::read_pixels`:
1. `padded_bytes_per_row = align_up(width * 4, 256)` — der Zielpuffer wird auf
diese (größere oder gleiche) Zeilenbreite alloziert.
2. Nach dem Mapping wird **jede Zeile einzeln** von `padded_bytes_per_row` auf
die echte Breite (`width * 4`) zurückgeschnitten und in einen straff
gepackten `Vec<u8>` kopiert — sonst hätte das Ausgabebild pro Zeile
Garbage-Padding am rechten Rand.
## Referenzbild neu erzeugen
Bei einer **gewollten** Rendering-Änderung (z.B. neue Shader, neue Demo-Szene,
geänderte Antialiasing-Parameter) weicht das Golden-Bild ab. Referenzbild
danach bewusst neu erzeugen:
```sh
cd src-tauri/render2d
cargo run --features headless --bin render_png -- --width 990 --height 630 --out target/headless-demo.png
cp target/headless-demo.png tests/golden/demo.png
```
Vorher unbedingt das erzeugte PNG (`target/headless-demo.png`) visuell prüfen
(z.B. mit einem Bildbetrachter oder Read-Tool eines Agenten) — nicht blind
kopieren. Bei einem fehlgeschlagenen Testlauf schreibt der Golden-Test
automatisch ein Diff-Bild nach `target/golden-diff.png` (abweichende Pixel
signalrot markiert, Rest unverändert) — das hilft beim Einordnen, ob die
Abweichung erwartet (Layout-/Farbänderung) oder ein Bug ist (z.B. verschobene
Geometrie, fehlender Text).
## Golden-Test
`tests/golden.rs`, Test `demo_szene_entspricht_referenzbild`:
- rendert die Demo-Szene (`demo::demo_scene`, dieselbe wie der Fenster-Spike)
in 990×630 und vergleicht sie gegen `tests/golden/demo.png`.
- Toleranz: ein Pixel gilt als "abweichend", wenn irgendein Kanal-Delta > 2 ist
(deckt AA-Rundungsrauschen ab); der Test schlägt fehl, wenn mehr als 0,5%
aller Pixel abweichen.
- `#[ignore]`, weil eine Vulkan-fähige GPU auf CI-Runnern nicht garantiert ist
(und ein Software-Rasterizer wie llvmpipe anderes AA liefern würde als das
Referenzbild). Lokal explizit ausführen:
`cargo test --features headless -- --include-ignored`.
- Bei Abweichung über der Toleranz schreibt der Test zusätzlich zum Diff-Bild
auch das Ist-Bild nach `target/golden-actual.png` — nach visueller Prüfung
ist das die Vorlage für eine gewollte Referenz-Aktualisierung.
- `HeadlessRenderer::new()` liefert bei fehlendem Adapter `Err` statt Panik —
der Test überspringt sich dann sauber (`eprintln!` + `return`) statt rot zu
schlagen, falls doch mal ohne `--ignored`/ohne GPU ausgeführt.
## Offener Punkt: Text-Determinismus zwischen GPU-Treibern
Der Textpass läuft über `glyphon`/`cosmic-text` (Systemfonts, `Inter`). Die
exakte Glyphen-Rasterisierung (Subpixel-Antialiasing, Hinting) kann je nach
installierter Font-Version, Fontconfig-Konfiguration und GPU-Treiber leicht
variieren — auch bei identischer Geometrie. Auf **derselben** Maschine (gleicher
Treiber, gleiche Font-Version) ist der Test wie erwartet bit-nah deterministisch
(hier: 0 abweichende Pixel bei zwei aufeinanderfolgenden Läufen). Bei einem
Wechsel der Maschine/des Treibers/der Fontconfig-Version ist nicht
auszuschließen, dass die 0,5%-Toleranz für Textkanten knapp wird — sollte das
in der Praxis auftreten: entweder Toleranz für den Text-Bereich lockern, oder
den Text testweise aus der Golden-Szene ausklammern und separat (z.B. nur
Zeilenbreite/Position, nicht Pixel) prüfen.